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  #1  
Alt 25.04.2017, 13:55
Daenni Daenni ist offline
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Standard Kniearthrose, Plica und vordere Kreuzbandteilruptur

Hallo zusammen,

nach einem ernüchternden Jahresstart mit immer wiederkehrenden Knieschmerzen bis hin zum "nicht mehr gehen können" und einem wahren Ärzte und "Fach"arztmarathon, hat mir mein Hausarzt (ehemaliger Radiologe) meinen Bericht entschlüsselt und das bestätigt, was ich schon dachte: mein vorderes Kreuzband ist ausgedünnt und sollte via Kreuzbandplastik repariert werden.

Kurze Vorgeschichte:

Kniescheibentrümmerbruch vor 13 Jahren.
Seitdem Arthrose, vorallem hinter der Kniescheibe, mittlerweile 3. Grades.
Seit rund 4 Monaten auch noch eine Plica und irgendwann (ich denke während einer Wanderung 2016) eine Kreuzbandüberbelastung mit Folgen.

Seit Ende 2016 humpel ich mehr als ich normal laufe. Es kann sein dass ich beim "durch die Wohnung gehen" auf einmal so massive, stechende Schmerzen habe dass ich aufschreie (vermutlich die einklemmende Plica). dann laufe ich wieder eine Woche auf Krücken.
Jetzt folgen wieder Medis... bliblablubb.

Am kommenden Mittwoch habe einen einen Termin im Klinikum, allerdings würde mich mal interessieren wie es euch nach den OPs erging.
Ende Juni sollte es auf einen Gletscher gehen. Kann ich wohl knicken.
Im September in den Wald ein bisschen Naturschutz betrieben. Kann ich wohl auch knicken?
Mountainbikefahren...?
Briefmarkensammeln oder Wassergymnastik?

Kann mir jemand in etwa eine Hausnummer nennen die ich mir als pessimistisches Ziel setzen kann um mich schonmal geistig vom Wandern zu verabschieden?

Wäre super!

Viele Grüße und Danke euch
Dan
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  #2  
Alt 25.04.2017, 18:59
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Travelmate Travelmate ist offline
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Standard AW: Kniearthrose, Plica und vordere Kreuzbandteilruptur

Servus Dan,

ich war früher Berufssportler, Gott sei Dank blieb mir diese Verletzung erspart (hatte genügend andere).

So blöd es sich anhört, hast Du Dich schon mal nach vernünftiger Nahrungsergänzung auf Naturbasis schlau gemacht (z.B. Bärbel Drexel). Weiter in Kombination mit einem vernünftigen Muskelaufbau und weiter läuft in Ausrüstung gerade ein (wie ich finde) interessanter Thread über Ballengang-Fersengang.

NGR

Ralf

PS: Mit den OP's würd ich langsam reiten, was die bei mir schon alles machen wollten.....! Aber Deine Entscheidung und von mir nur eine Ferneinschätzung....
__________________
"Auf Tour ist eine gute Ausrüstung + Deine Zähigkeit + praktisch abrufbares Wissen + Bauchgefühl - Deine beste Lebensversicherung....!"
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  #3  
Alt 26.04.2017, 10:36
Lilalu Lilalu ist offline
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Standard AW: Kniearthrose, Plica und vordere Kreuzbandteilruptur

Hallo Deanni,

leider kann ich bei Knieproblemen (insbesondere Kniescheibe) auch gut mitreden. Ich hatte vor 3 Jahren eine richtig schlimme Phase. Mein Knorpelschaden hatte sich entzündet und ich konnte kaum noch laufen. Erst Krücken, dann ein halbes Jahr ein "Gestell" dran und dann langsam langsam wieder mehr gehen, vorsichtig trainieren, Muskelaufbau. Ich war länger fast depressiv, weil ich ein sehr ausgeprägter Bewegungsmensch bin und durch die erzwungene Inaktivität fast wahnsinnig wurde.

Ich habe aber nicht aufgegeben, bin immer drangeblieben und letztes Jahr war ich dann 5 Wochen in Nepal am EBC. Also Kopf hoch und ja nicht vom Wandern verabschieden! Es geht mehr als man selbst (und manche Ärzte!) denkt!

Wichtig ist sehr regelmäßiges Training, aber ohne Überlastung. Los ging es bei mir mit ganz vorsichtig im Wasser, dann täglich 2x 45 Minuten Spaziergang, dann vorsichtig wieder an unebenes Gelände, dann an Steigungen bergauf, noch später (wegen dem Druck auf die Kniescheibe) wieder Flachlandradeln ... Viele Ärzte sparen leider an der Physiotherapie und operieren lieber gleich (liegt am Abrechnungsmodus mit den Kassen!). Gebracht hat es bei mir aber die Physiotherapie - vor allem die Schulung worauf ich bei den Beinachsen achten muss und die Übungen, die den Muskel aufbauen, ohne das Knie zu sehr zu belasten.

Zur Plica meinte die Klinik bei mir übrigens: Man kann das operieren, aber solange die Ursache nicht beseitig ist, kommt sie wieder und jede OP ist ein Risiko (bei mir kann man die Ursache nicht mehr beseitigen - höchstens ein Ersatzteil verbauen, aber das garantiert auch keine Besserung - die Ursache der Plica ist wohl die Entzündung). Bei mir ging das mit der Zeit und mit moderatem Training (ich bilde mir ein, vor allem dann durch das Radfahren) weg.

Was ich sonst so mache: Rucksackgewicht reduzieren (Körpergewicht wenn nötig/möglich natürlich auch - bei mir ist das eh zu wenig), Stöcke benutzen, Bergabgehen nach Möglichkeit vermeiden - entsprechende Tourenplanung oder sehr langsam, wenn es nicht anders geht, regelmäßig Übungen zum Muskelaufbau (allerdings geht das bei mir nicht im Studio - die Gewichte sind schon zu viel), lieber sehr regelmäßige (am besten täglich!) Bewegung statt lange Gewalttouren, gesunde Ernährung. Verabschieden musste ich mich von sehr kniebelastenden Sportarten wie z.B. Skifahren (Langlaufen geht noch).

Wünsch dir alles Gute und du kannst mir gerne eine PN schreiben, wenn du an mehr Austausch interessiert bist!
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  #4  
Alt 26.04.2017, 13:30
Daenni Daenni ist offline
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Standard AW: Kniearthrose, Plica und vordere Kreuzbandteilruptur

Hallo ihr Zwei

Danke an euch für die Beiträge.

Zum Thema Ernährung: ja, das ist ein leidiges Thema. Ich sage mal dass ich mir relativ ausgewogen und gesund ernähre. Wenn ich noch mehr Natur und seltsames Gekräutere esse, dann vergeht mir der Spaß.
Extrem zuckerhaltige Dinge wie Cola, Schokolade und Co vermeide ich in der Regel. Fleisch max. 1-2 Mal in der Woche.
Mit einem BMI von 18.7 bin ich nun auch nicht der Schwerste, wobei durch diese "nicht Bewegungsphase" schon 2 Kilo drauf kamen.

Derzeit baue ich auf: mit Therapie nach Dr. Feil. Also Käpselchen und Pülverchen. Das ziehe ich nun mal ein paar Monate durch.
Eine Hyaluronkapselkur habe ich schon durch.
Mein Ortho ist was OPs angeht eher defensiv da er selber "Knie" hat und sich dort auch nich rumfummeln lässt.

Alle Ärzte waren sich einig: Anfangen mit Hyaluronspritzen.
Davon geht aber die Plica nicht weg und mein Kreuzband wird auch nicht heile.
OP? 50/50.
Die Fachaussagen der Spezialisten waren ernüchtern dund teilweise echt fragwürdig. Der letzte meinte vor 4 Wochen "alles halb so schlimm" (im Vergleich zum 80 jährigen Knie). Jetzt laufe ich auf Krücken - mit 32.
Der gestrige Arzt hat mir erstmal vom Wandern abgeraten "Noch einmal verteten könnte einen totalen Riss des Kreuzbandes bedeuten".

Bevor es zu Mutmaßungen kommt: ICH bin für eine OP nachdem ich mich nun über 10 Jahre damit rumärgere.
Allerdings fange ich dann "klein" an - mit dem Kreuzband und der Plica. Knorpelglättung und Mikrofrakturierung sollen sie lassen. Dann Muskulatur stärken. Vielleicht bringt es etwas.
Aber in dem jetzigen Zustand kann ich keine Übungen machen weil einfach alles schmerzt. Ich muss mich sogar zum Socken anziehen hinsetzen weil ich nicht mal 5 Sekunden einbeinig stehen kann.

@Lilalu: welches Gestell meinst Du? Eine richtige Orthese?
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  #5  
Alt 26.04.2017, 18:58
Lilalu Lilalu ist offline
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Standard AW: Kniearthrose, Plica und vordere Kreuzbandteilruptur

Hallo Daenni,

ja das mit den Meinungen der Knieexperten kenne ich! Bei mir hat auch jeder was anderes gesagt. Unterm Strich wissen sie es einfach nicht. Man kann eine OP versuchen oder es lassen. Wobei man beim Kreuzband schon eher was mit OP machen kann, glaube ich gehört zu haben. Das ist bei mir aber o.k. und daher kann ich da nicht aus Erfahrung sprechen.

Ansonsten habe ich wie du auch so ziemlich alles versucht (Kapseln, Pülverchen, Hyaluronspritzen, Ernährung, etc.). Am meisten gebracht hat halt die Physiotherapie. In der akuten Phase ging da bei mir auch kaum was, aber immerhin war der Muskelabbau dadurch nicht noch schlimmer als er eh schon war (wobei mein rechtes Bein immer noch 2cm schmäler als das linke ist - wird wohl auch nimmer ganz gleich werden).

Und ja, ich hatte ein halbes Jahr eine Orthese dran. Ich war richtig dankbar als ich das Ding bekommen hatte. Das Teil hat das Knie soweit stabilisiert, dass ich wieder ohne Krücken kleine Strecken gehen konnte. Nach und nach habe ich dann meine Strecken erweitert, dann bin ich mit dem Teil sogar kleine Wanderungen gegangen (natürlich nicht zu steil, aber bergauf ging ganz gut ). Ich habe mit Bergaufgehen den Muskel trainiert, weil ich das gut vertragen habe. Ich habe immer noch eine Jahreskarte für die Bergbahnen hier und trainiere regelmäßig so. Bergabgehen mache ich nur wenig und länger nur, wenn es unvermeidbar ist und sich lohnt (z.B. in Nepal).

Inzwischen tape ich die Kniescheibe (habe ich von der Physiotherapeutin gezeigt bekommen) und zum Wandern trage ich eine Bauernfeind-Kniebandage (jedenfalls wenn Abstiege nicht vermeidbar sind).

Was man auf jeden Fall braucht, ist viel Geduld und man darf einfach nicht aufgeben. Laaangsam wird es dann schon wieder und auch das Wandern klappt wieder. Man muss halt die Touren entsprechend planen.

Vertreten sollte man sich mit so einem Knie allerdings tatsächlich nicht. Mit dem langsamen Training kommt allerdings auch die Trittsicherheit zurück. Jemand der gar nichts mehr macht und nach und nach Gewicht zulegt, verdreht sich das Knie vielleicht schon beim Aussteigen aus dem Auto . Regelmäßiges Training stabilisiert das Knie.
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  #6  
Alt 28.04.2017, 12:02
Daenni Daenni ist offline
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Standard AW: Kniearthrose, Plica und vordere Kreuzbandteilruptur

Hm, die Bauerfeind habe ich auch. Ohne gehe ich nie los. Das Ding ist Gold wert. Ohne Bandage schaffe ich vielleicht einen Tag, mit Bandage - bei normaler Mittelgebirgswanderung - immerhin drei.

Hast Du noch die Übungen parat? Gerade die Muskelaktivierung ist interessant.
Hattest Du auch zufällg die Elektrotherapie (TENS, EMS?)

Viele Grüße und Danke nochmal

Daniel
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  #7  
Alt 28.04.2017, 12:38
Lilalu Lilalu ist offline
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Standard AW: Kniearthrose, Plica und vordere Kreuzbandteilruptur

Huhu Daenni,

ja, EMS hatte ich in der akuten Phase auch. Was mir aber neben den Übungen viel gebracht hat, war manuelle Therapie. Ich hatte da einen sehr guten Therapeuten und der hat den schmerzverspannten Oberschenkelmuskel immer wieder so gelockert bekommen, dass die Übungen überhaupt erst möglich waren.

Ich kann die Übungen schon noch und mache auch immer noch welche, ja. Aber zeigen (und immer wieder korrigieren) muss das ein Physiotherapeut. So theoretisch beschreiben geht nicht und es kommt auch drauf an, was bei dir im Moment gerade geht. Nicht alle Übungen sind zu jeder Zeit sinnvoll.

Viele Ärzte stellen nicht gerne Physiorezepte aus! Eine OP bringt Geld in die Kasse und ein solches Rezept geht aufs Budget . Da musst als Patient ganz klar sagen, dass du unbedingt Physio willst!
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  #8  
Alt 04.05.2017, 09:53
Daenni Daenni ist offline
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Standard AW: Kniearthrose, Plica und vordere Kreuzbandteilruptur

Dumdidum...
Ich war nun im St. Vincenz in Brakel. Endlich operiert mich jemand.
Was nun wirklich los ist konnte man mir nicht sagen. Vorallem nicht woher meine extremen Schmerzen kommen.
Meine Kniescheibe ist wohl in einer seltsamen Position. Dann muss eine Sehne gelängt werden. Dann Schleimbeutel entfernen, dann Kreuzband...
Bisschen Komplex aber schlimmer kann es nicht werden.

Die Qualität der Beratung war außerordentlich gut. Vorallem ist es kein "Schnibbel"-Doc, sondern jemand der "klein anfängt". Da ich ihn aus einer vorherigen Schulter OP kenne und damals schon extrem zufrieden war denke ich ist es eine gute Entscheidung.
Ich muss also keine Angst haben dass sich jemand in mir austobt, alles mögliche anbohrt etc.
Wenn nötig wird halt nochmal operiert.
Naja, mal schauen wie es weitergeht.
Bin nun 14 Tage bis zum OP Termin krankgeschrieben um das Knie zu schonen und die Entzündung abklingen zu lassen.

Ich freue mich!
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  #9  
Alt 12.05.2017, 11:06
forefoot forefoot ist offline
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Standard AW: Kniearthrose, Plica und vordere Kreuzbandteilruptur

Leider wurde auf das Thema Ballengang (Vorfußgang) nicht weiter eingegangen. Das ist Schade, da z.B. das Ausrotieren der Füße (Entengang) beim Fersengang gerne zu Problemen in den Knien führt. Muss nicht sein, kann aber sein.

Ich möchte dir daher empfehlen, dass du vielleicht einfach mal barfuß gehst. Achte darauf sanft mit dem Ballen (also vorne, nicht hinten) zuerst auf zu kommen. Schau ein paar Youtube-Videos zum Ballengang an. Suche z.B. nach Xero Shoes oder Luna Sandals wo Menschen in Barfußsandalen über die Berge rennen. Geh aber erst bedächtig. Geh in den Wald. Geh auf unebenen Wegen. Geh sehr langsam. Mach sehr kleine Schritte. Mach noch kleinere Schritte als du denkst machen zu sollen. Du wirst wenige Kilometer die Stunde schaffen. Entfernung ist egal. Nimm kein schweres Gepäck mit. Geh einfach und geh vor allem natürlich. Achte darauf, dass die Füße gerade nach vorne zeigen. Das Knie ist eine Art Scharnier für eine Richtung. Achte zu Beginn immer auf den richtigen Fußaufsatz. Geh barfuß. Es ist nicht gefährlich und auch nicht zu kalt. Denk nicht nach was die anderen denken. Es ist deine Gesundheit. Übertreib nicht, da es auf die Füße und Waden geht. Geh am nächsten Tag wieder los. Vielleicht hilft es. Wenn es hilft sag den OP-Termin erst mal ab.

Ich bin davon überzeugt, dass viele Probleme vom falschen und viel zu brutalen und schnellen Gehen kommen, da es festes Schuhwerk mit einem (guten???) Fußbett überhaupt erst ermöglicht. Oder genauer. Deine Füße sind so im Arsch, dass du ohne festes Schuhwerk gar nicht so gehen könntest, wie du heute gehst.


Schau dir folgendes Video an. Hier werden Fersengang und Ballengang dargestellt. Guter und achtsamer Fersengang kann auch eine Alternative sein. Für mich gibt es aber nur noch den Ballengang. Orthopäden werden nie zum Ballengang raten, da sie ihn scheinbar gar nicht kennen (wollen) und sich für Barfußschuhe Einlagen schlecht verkaufen lassen. Wäre ja auch absurd in Schuhen ohne Absatz, ohne Dämpfung und ohne Zeheneinengung irgendwas reinzulegen. Auch klebt man sich ja auch beim barfuß gehen nichts unter den Fuß. Davon abgesehen, dass die Fußschwäche eher eine Muskel/Faszien-Schwäche im Unterschenkel (z.B. Wade) ist.

Lerne richtig zu gehen - Fersengang - Ballengang - Theorie und Praxis
https://www.youtube.com/watch?v=a3xldsvvXns
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  #10  
Alt 13.05.2017, 23:58
Florian Martin Florian Martin ist offline
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Standard AW: Kniearthrose, Plica und vordere Kreuzbandteilruptur

Zitat:
Zitat von forefoot Beitrag anzeigen
Das ist Schade, da z.B. das Ausrotieren der Füße (Entengang) beim Fersengang gerne zu Problemen in den Knien führt. Muss nicht sein, kann aber sein.
Hallo!
Hättest du mal eine Quelle für diese Aussage, also seriöse Forschung, nicht youtube blogg? Dann kann sich der geneigte Leser und die ebenso geneigte Leserin selbst ein Bild machen.
Danke!
F

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24565819
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  #11  
Alt 14.05.2017, 05:44
forefoot forefoot ist offline
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Standard AW: Kniearthrose, Plica und vordere Kreuzbandteilruptur

Man muss erst mal zwischen Laufen/Rennen und Gehen unterscheiden.

Laufen/Rennen:
Noch bis in die 1970er-Jahre hinein sind die Menschen aufgrund von nicht existierenden Jogging-Schuhen mehr über den Vorfuß gelaufen. Im Jahr 2010 hat Dr. Daniel E. Lieberman bewiesen, dass der Vorfußlauf barfuß zu weniger Belastungen führt als der Rückfußlauf in den besten gedämpften Laufschuhen. Erst teuere, ungesunde, gedämpfte, mit Pronations- und Supplinationsstütze ausgestattete Joggingschuhe haben ungesundes Laufen (Jogging) möglich gemacht.
Das eigentliche Risiko ist die Umstellung von Rückfußlauf auf Vorfußlauf, da es zu massiven Belastungen führt. Ein Läufer sollte mit wenigen Hundert Metern am Tag anfangen und es über ein Jahr linear z.B. auf die aktuelle Gesamtstrecke von z.B. 10 km steigern und dabei seine Füße trainieren. Statt barfuß kann man auch in Barfußschuhen oder Minimalschuhen laufen. Nicht gemeint damit ist z.B. Nike Free, denn auch das ist wieder mal nur eine Marketing-Kampange ähnlich der 1970er-Jahre bis heute.

Bitte selbst nach Daniel Lieberman suchen oder kurzes Video anschauen:
https://www.youtube.com/watch?v=7jrnj-7YKZE

Barfußschuhe/Minimalschuhe bieten nur Schutz gegen Dreck z.B. Schnittwunden. Das wichtigste ist so zu laufen als wenn man barfuß läuft. Ist man nicht trainiert, muss man die Füße langsam wieder trainieren.

In den USA wurden Kunden entschädigt, da ihnen wohl zu viel versprochen wurde bzw. die Kunden gedacht hatten sie würden einfach mal kurz ihren alten Marathon in Barfußschuhen laufen können. Das ist natürlich Quatsch. Bei jedem Rückfußläufer sind die Füße der am schlechtesten trainierte Teil des Körpers. Das muss man vollkommen umkehren.

http://www.spiegel.de/gesundheit/ern...-a-968695.html

Falls jemand seinen Laufstil umstellen will: Ich empfehle direkt das Laufen/Rennen barfuß (fester Untergrund (Straße), weicher Untergrund (Fußballplatz) -> bekannte Strecken ohne Gefahren). Da erkennt man dann recht gut, dass eigentlich nach wenigen (Hundert) Metern bereits Schluß ist. Am ersten Tag noch weit kürzer laufen. Der Muskelkater in den Waden ist am nächsten Tag nicht zu unterschätzen. Und dabei war ich schon vorher 1 Jahr im Ballengang unterwegs ;-) Nach vielleicht einem Jahr hat man wirklich was erreicht, man will nie wieder ungesund laufen. Auch braucht man keine Schuhe mehr. Ich laufe gerne in meinen Barfußschuh-Sandalen Xero Shoes Z-Trek.

Gehen:
Da ist es weit schwieriger. Beweise für Fersengang oder Ballengang als richtiges Gehen zu finden ist schwierig. Auch darf man eigentlich nur barfuß betrachten. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass selbst Barfußschuhe das Ergebnis vollkommen verfälschen. Auch ist für einen Fersengänger wie ich es vor meiner Umstellung war der Ballengang natürlich erst mal vollkommen unnatürlich. Wenn jemand etwas gegen den Ballengang schreibt sollte er mindestens zuvor mal ein paar Jahre im Ballengang gegangen sein und beide Gangarten kennen.

Zu ausrotierten Füßen kann ich nichts außer Youtube-Quellen sagen. Studien kenne ich nicht. Aber was Ärzte und vor allem Orthopäden sagen, glaube ich schon lange nicht mehr. Warum sollte z.B. "Dirk Beckmann" (Faszientherapeut, Youtuber, ...) weniger Ahnung haben als ein Orthopäde mit einer veralteten Doktorarbeit zu dem Thema?
Aber man muss nur mal in der Fußgängerzone die Menschen beim Gehen beobachten. Menschen, die mit parallelen Füßen gehen haben scheinbar weit weniger Probleme als Menschen mit ausrotierten Füßen. Ich sehe einen direkten Zusammenhang. Es gibt bestimmt Bücher, die die Anatomie genauer erklären. Aber nichts spricht dafür, dass man mit nach außen rotierten Füßen geht. Auch muss dieser Fehler irgendwo (Knie, Becken, ...) kompensiert werden (O-Beine?). Vielleicht hilft es auch Kinder zu beobachten, die gesund sind. Bis 3 Jahre meist im Ballengang, aber auch vielleicht darüber hinaus im Fersengang. Der Entengang entwickelt sich meistens erst später. Im Ballengang funktioniert das Ausrotieren der Füße im übrigen gar nicht bzw. nur unter massiver Anstrengung, da der Fuß mit dem breiten Vorfuß zuerst aufkommt. Kommt man jedoch mit einem Punkt (Ferse) weit vor dem Körper und vielleicht noch viel zu steil auf, ist es leicht möglich den Vorfuß abweichend von der Laufrichtung meist nach außen aufzusetzen (Ursache wahrscheinlich Hüfte). Das kann man gerne ausprobieren. Einfach mal testweise auf den Vorfuß 10 Sekunden stehen und dann 10 Sekunden auf der Ferse. Die Stabilität über den Vorfuß ist weit besser. Auch wird beim Ballengang der Fuß unter dem Körper und nicht vor dem Körper aufgesetzt.
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  #12  
Alt 14.05.2017, 08:08
Florian Martin Florian Martin ist offline
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Standard AW: Kniearthrose, Plica und vordere Kreuzbandteilruptur

Biomechanische Forschung ist eine Sache, daraus einen Kniearthrose-vorbeugenden Effekt des Barfussgehens und -laufens zu machen, unseriös. Dr Lieberman zieht diesen Schluss zumindest in diesem Film nicht, wenn ich richtig zugehört habe.
Versteh mich nicht falsch, ich glaube nicht, dass Vorfussgehen/-laufen schädlich für jeden ist, aber halt auch nicht das Gegenteil. Eine Empfehlung zum Umstell des Ganges (oder der Einnahme gewisser Substanzen wie Spirulina) zur Vorbeugung und Behandlung medizinischer Problem kann nur jemand geben, der hinterher nicht dafür geradeste muss.
Gruß
F
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  #13  
Alt 14.05.2017, 08:32
forefoot forefoot ist offline
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Standard AW: Kniearthrose, Plica und vordere Kreuzbandteilruptur

Stimmt. Dass er barfuß gehen soll war ja auch nur ein Tipp. Habe aber auch noch nie gehört, dass Orthopäden dafür gerade stehen, wenn die Einlagen nicht helfen oder der Arzt wenn die OP nicht hilft.
Entscheidungen muss jeder selbst treffen. Wichtig ist nur mehrere Meinungen zu hören, damit es überhaupt Alternativen gibt. Ärzte sind auch keine allwissenden Götter in weiß. Ich bin kein Arzt. Ich beschäftige mich aber privat seit Jahren mit den Themen und vor allem rede ich nicht nur darüber, sondern wende es auch an. Ich kenne aus praktischer Erfahrung jeweils beide Gang- und Laufarten. Ärzte kennen das eher nur vom hören sagen.

Alles nur Tipps und vor den Gefahren bei der Umstellung habe ich gewarnt. Mal ein paar Stunden barfuß gehen sollte niemand schaden. War gestern ein paar Stunden barfuß unterwegs.
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  #14  
Alt 15.05.2017, 20:31
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Standard AW: Kniearthrose, Plica und vordere Kreuzbandteilruptur

Hm, irgendwelche Studien kenne ich nicht und ich favorisiere auch nicht einen bestimmten Gang. Ich kann nur von meiner eigenen Erfahrung berichten. Eine Ganganalyse, Fußstellung, der Tipp die Ferse nicht so "reinzuhauen" kam bei mir in der Physio schon bei den ersten Terminen. Ich habe dann konzentriert was an meinen bisherigen Gewohnheiten (und wohl auch unguten Schonhaltungen) geändert. Man muss da schon klein anfangen und ständig üben. Zumindest meinem Knie hat es aber was gebracht. Ich mache sicher keinen Ballengang, aber ich achte drauf, wie ich gehe und habe inzwischen die Muskulatur entsprechend angepasst. Fazit: Mehr Trittsicherheit im Gelände und trotz chronischem Schaden weniger Schmerzen. Mit zunehmender Muskulatur habe ich auch das Schuhwerk verändert. Schwere Wanderstiefel gibt es nur noch sehr selten (in entsprechendem Terrain, aber sicher nicht auf normalen Wanderwegen). Meistens leichtere Trailrunning-Halbschuhe (statt Stiefel ist jetzt der Knöchel stabiler) und bei weicherem Wald- Und Wiesengelände trage ich auch gerne Five-Fingers-Barfußschuhe.
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  #15  
Alt 22.05.2017, 09:00
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Standard AW: Kniearthrose, Plica und vordere Kreuzbandteilruptur

Guten Morgen zusammen,

ich möchte mich auch nochmal melden.

Zum "Gang": hier gibt es sicher Optimierungsbedarf und ich achte bereits seit Jahren auf meinen Gang. Es geht auch garnicht anders: komme ich einmal falsch auf, oder Kloppe die Hacke in den festen Boden, war's das erstmal.
Zudem war ich bei einer Laufanalyse, mit Video und Druckeinlagen etc. Hier wurde mir ein Knickfuß bescheinigt. Neue Laufschuhe gekauft und meine vorherigen Outdoor-Laufschuhe ausgemustert: es war tatsächlich eine Wonne.
Daheim laufe ich nur in Socken rum.

Leider weiß ich dass ich an meinem Gang arbeiten muss. Sozusagen "Laufen lernen".
Diese Phase kenne ich von meinem damaligen Unfall. Nach 2,5 Monaten bin ich 5 Meter in 15 Minuten auf dem Stützwagen "gelaufen". Ich erinnere mich nur ungerne daran zurück, glaube aber gleichzeitig, dass jetzt ähnliches auf mich zukommt.

Zur OP:
MRT Bilder vom Knie und das offene Knie sind anscheinend zwei Paar ähm.. Knie.
Mein Kreuzband ist zwar fransig, aber weitestgehend heile.
Dafür ist der Knorpelschaden hinter der Kniescheibe ausgeprägter. Es wurden Stückchen entfernt und geglättet. Das war der Anfang. Jetzt folgt die Behandlung wie nach Knorpelzellentransplantation (ACT), die auch noch nicht vom Tisch ist. Da sich alles schon so lange hinzieht wird die Nachbehandlung dauern.
Knie schonen, Knorpel/Kniescheibe entlasten, nicht über 30 Grad, passiv Bewegen und Bein strecken. Der Schmerz unter der Kniescheibe beim Anspannen des Oberschenkelmuskels ist 100%ig der gleiche wie vor der OP. Das deprimiert mich zunehmend.

Über Kniescheibenteilersatz (hinter Kniescheibe und Gleitrinne) wurde ich schon aufgeklärt. Ebenfalls über die Versetzung des Tuberositas tibiae. Zweiteres wird kein Spaß. Vorallem wenn man zur arbeitenden Bevölkerung gehört.

Aber: das ist alles Sche..e!

1. Ersatz hält nicht ewig... und irgendwie nagt es jetzt schon ziemlich an mir mit 32 rumzukrüppeln.
2. Bewegungseinschränkungen
3. (Risiko-)Sportarten in der Form nicht mehr möglich.

Und bevor ich Schwimmen gehe würde ich eher Briefmarken sammeln und hoffen dass ich schnell an Nutella- und Cholesterinüberfütterung zu Grunde gehe, weil ich einfach keine Motivation habe mich in einem Becken zu bewegen und ständig von A nach B zu strampeln.
Es gibt, trotz der sportlichen Anstrengung, echt nichts demotivierenderes als Schwimmen.

Die derzeitigen Aussichten: schonen für mind. 6 Monate. Dann habe ich über 1 Jahr rum.
Dann langsam wieder anfangen. Ich suche schon nach einem Spinning-Rad.
Meine Urlaubspläne kann ich knicken. Selbst eine Woche Schutzwald im September wird damit nicht möglich sein.

Wenn es in den nächsten 14 Tagen nicht besser wird brauche ich eine ganz andere Therapie.

Achso: ich war im St. Vincenz Hospital in Brakel. Ich kann diese Klinik mal wieder empfehlen.
Der Arzt hat genau das gemacht was wir besprochen haben: "klein" anfangen. Meiner Meinung nach zu klein, aber gut. Es wird extrem auf Reinheit geachtet und die Versorgung ist ebenfalls sehr gut. Nur die Fernseher sind zu klein

So, nun habe ich mich ausgeheult. Ich denke in dieser Woche kommt noch etwas produktiveres ohne rumgeheule. Entschuldigt.
Viele Grüße und Danke an euch
Daniel
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