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Sommertour durch den Rondane, das Tafjordfjell und das Sognefjell
Sommertour durch den Rondane, das Tafjordfjell und das Sognefjell
Geschrieben von niko
17.12.2009
Standard Sommertour durch den Rondane, das Tafjordfjell und das Sognefjell

Am 9. August war es endlich soweit. Wir stehen mit gepackten Rucksäcken am Münchner Flughafen. Norwegen wir kommen!
Vor uns liegen starke 14 Tage. Wir haben ein paar Tage Rondane geplant und anschließend eine Tour durchs Tafjordfjell bis zum Geiranger Fjord.
Hier nun unser Reisebericht.


Sonntag, 9. August | Anreise
Wir fliegen mit Norwegian Airlines von München nach Oslo. Nachdem wir bei Peppes Pizza im Flughafen noch schnell ein paar Pizzastückchen verdrückt haben geht es auch schon mit dem Zug in Richtung Otta weiter. Für umgerechnet etwa 12 EUR kann man hier soviel essen bis man platzt. Dazu gibt’s ein 0,5 Liter Getränk. Das hört sich doch nach Urlaub an ;-) Die erste Hälfte der Zugfahrt ist das Wetter noch ganz gut. Aber es wird zunehmend schlechter.
In Otta angekommen bauen wir direkt am Fluss bei leichtem Regen unser Zelt auf. Hoffen auf besseres Wetter.


Montag, 10. August | Otta - Mysuseter – Gjetarbue
In der Nacht haben wir noch leichten Regen. Ab ca. 4:00 Uhr wird es hell. Um kurz nach 7:00 Uhr werden wir vom ersten Auto geweckt das auf den Parkplatz fährt. Eine Stunde später stehen wir auf. Die Sonne lacht die Otta rauscht.

Nach einer kleinen Morgentoilette am Fluss geht Carmen das Frühstück besorgen, ich fange an das Zelt abzubauen. Da unser Bus nach Mysuseter erst um 15:00 Uhr abfährt haben wir noch viel Zeit.
Nach einem ausgiebigen Frühstück gehen wir die letzten Besorgungen machen. Unter anderem fehlt uns noch eine Gaskartusche für den Kocher.
Wetterbedingt (strahlender Sonnenschein) beschließen wir noch eine Runde in der Otta baden zu gehen.

Um halb drei machen wir uns auf zum Busbahnhof. Es ist recht warm. Von meiner letzt jährigen Norwegen Tour bin ich das gar nicht gewohnt...
Der Bus fährt pünktlich um 15:00 Uhr an der Haltestelle ab. Es geht steil bergauf nach Mysuseter. Auf dem Weg sehen wir viele Schafe, zum Teil auch auf der Straße liegen. In Mysuseter angekommen sind wir von der Menge an Hütten hier oben überrascht. Als wir aus dem Bus aussteigen wir das Wetter schlagartig schlechter. Es donnert und blitzt, aber kein Regen. Wir ziehen die Wanderstiefel an, schnallen die Rucksäcke fest und laufen los.
Die Route folgt zuerst noch dem Transportweg zur Rondvassbuhütte. Dann geht es rechts ab Richtung Bjornhollia. Wir haben heute eine vergleichsweise kurze Strecke vor uns. An der Gjetarbue wollen wir uns mit Jürgen & Kathrin treffen. Die beiden habe ich 2008 in Norwegen kennen gelernt.
Wir lassen den Versorgungsweg der Rondvassbu links liegen und folgen den roten Ts. Das Wetter hält immer noch. Rings um uns türmen sich Regenwolken. Bis zur Gjetarbue sind es nur wenige Kilometer.
Wir sind beide recht überrascht vom Rondane Park. Wir hatten uns den Park etwas drister vorgestellt. Beeindruckend ist die gelbe Flechte, welche hier alles überzieht.

Es ist ca. 18:00 Uhr als endlich die Gjetarbue vor uns auftaucht. Dort angekommen bemerken wir dass die Hütte abgeschlossen ist. Von Jürgen und Kathrin fehlt auch jede Spur. Per SMS bekommen wir dann die Nachricht, dass die beiden zur Grönbui weiter gegangen sind, da die Gjetarbue verschlossen war. Leider ist die Grönbui auf unserer Karte nicht verzeichnet. Da es nun anfängt zu regnen stellen wir das Zelt auf uns richten uns für die kommende Nacht ein.


Blick auf den Rondane.


An der Gjetarbue.


Dämmerung.


Dienstag, 11. August | Gjetarbue - Bjornhollia
Als wir morgens aufwachen regnet es leicht. Kurz raus, Notdurft verrichten und wieder rein in den warmen Schlafsack. Zeltabbau bei Regen ist ¤*#¤*#¤*#¤*#¤*#¤*#¤*#.
Um ca. 9:00 Uhr hört es auf zu regnen. Frühstückszeit, Kocher raus und Wasser für Kaffee + Schocki kochen. Dazu gibt’s Müsli mit Milchpulver. Kurz darauf beginnt es wieder zu regnen. Also wieder ab ins Zelt.
Ca. 1 Stunde später lässt der Regen nach und wir hören Stimmen die näher kommen. Ich schaue aus dem Zelt und erkenne 2 Männer mit Hund. Sie machen Halt an der Gjetarbue. Aus dem Gespräch ergibt sich dass es zwei Rentierjäger sind. Sie erklären mir dass die Hütte nur in der Rentierjagdsaison geöffnet ist. Diese beginne aber erst am 20. August.
Wir verabschieden uns und machen uns an den Zeltabbau. Um kurz nach 12:00 Uhr machen wir uns auf Richtung Bjornhollia. Der Weg ist recht einfach und das Wetter hält. Es ist angenehm zu laufen. Der einzige Mensch der uns an diesem Tag begegnet ist ein Jogger.
Weit und breit die gelbe Flechte. Einfach schön.

Um halb drei machen wir eine Pause. Es gibt lecker Käsenudeln. Als es dann leicht bergab geht Richtung Musvorddalen entdecken wir eine offene Hütte, die Veslelegeret. Die Hütte ist mit einem Ofen und reichlich Proviant ausgestattet. Wäre es schon etwas später, bzw. das Wetter schlechter, wäre das ein idealer Unterschlupf. Wir gehen weiter talwärts.
Irgendwann bemerken wir dass unser Weg bzw. Pfad immer schmaler wird und manchmal gar nicht mehr zu erkennen ist. Plötzlich taucht vor uns eine Herde Kühe auf. Als die erste Kuh aufsteht und auf uns zu marschiert beschließen wir zu flüchten. Nur wohin. Als einzige Möglichkeit bietet sich der nahe gelegene Fluss, die Musvolae an. In der Zwischenzeit hat sich die ganze Kuhherde um uns versammelt. Wir ziehen die Wanderstiefel aus, werfen sie über den Fluss und durchqueren diesen dann. Auf der anderen Seite angekommen können wir erst mal verschnaufen. Wir gehen weiter Richtung Osten. Einen Weg bzw. einen Pfad gibt es hier nicht mehr.
Erst viel zu spät bemerken wir dass wir völlig ab vom eingezeichneten Weg in der Karte sind. Wir hätten gar nicht erst ins Tal hinunter steigen sollen sondern einfach oben auf dem Berg weiter gehen. Es ist zu spät um umzudrehen. Wir versuchen uns flussabwärts durch zuschlagen. Mit Holzstöcken bewaffnet. Man weis ja nie...
Als wir uns hoch oben über einer Schlucht befinden, wird uns klar dass das kein guter Einfall war. Von links und rechts treffen sich zwei Flüsse und wir stehen mitten drin.
Wir versuchen unser Verhängnis, das Skjerdalen, zu umrunden. Die an sich schöne Schlucht wird bei Regen und dem schweren Gepäck zur echten Qual.
Wir durchqueren an geeigneter Stelle die Schlucht. Das spart uns mindestens 4km Fußmarsch. Also gleiches Spiel wie mittags bei den Kühen. Wanderstiefel raus und den Fluss durch waten.
Es ist ca. 20.00 Uhr. Wir beschließen, für den Fall dass wir bis in einer Stunde den markierten Pfad nach Bjornhollia nicht erreichen, unser Zelt auf zu stellen. Es geht recht steil bergauf, teilweise durch Sümpfe und Geröllfelder.
Es ist ca. 21.00 Uhr. Im Nebel meine ich einen Troll zu erkennen. Die Euphorie bricht aus. Wenn wir jetzt ein gewisses Tempo halten, können wir die Bjornhollia noch vor Einbrauch der Dunkelheit erreichen uns müssen das Zelt nicht im totalen Piss aufstellen.
Kurz vor 22.00 Uhr erreichen wir völlig fertig Bjornhollia. Es gibt für uns sogar noch etwas zu essen. Fisch, Kartoffeln und leckeres Gemüse. Fast zu schwach um Messer und Gabel zu halten genießen wir noch das Abendessen.
Stiefel und nasse Klamotten inkl. der Rucksäcke kommen in den Trockenraum. Im Zimmer gibt es keinen Strom, nur eine Kerze. Aber mehr brauchen wir auch nicht mehr. Völlig fertig kriechen wir in die Betten.


Frühstück im Rondane.


Nach Kuhattake - Bewaffnet.


Mittwoch, 12. August | Bjornhollia - Basislager Rondeslottet
Um 7:00 Uhr klingelt mein Wecker. Ich hatte mir vorgenommen früh auf zu stehen um ein Bild vom See unterhalb der Bjornhollia zu machen. Da aber sämtliche Knochen schmerzen und der Muskelkater heftig grüßen lässt bleibe ich erst mal liegen.
Um kurz nach halb acht stehen wir dann aber trotzdem auf. Ich will gleich mal duschen. Leider funktioniert die Dusche nur per Geldeinwurf. Geld an sich wäre nicht das Problem, doch die Dusche nimmt nur 10Kr. Stücke. Also erst mal warten auf die Rezeption welche um 8:00 Uhr öffnet.
Nach der Dusche gehen wir frühstücken. Es gibt alles was das Herz begehrt. Verschiedene Sorten Brot, Käse, Wurst, Salate, Joghurt, Müsli, Aufstrich, Marmelade und sogar Eier. Wir lassen es uns so richtig gut gehen.

Um kurz vor Elf Uhr brechen wir dann in Richtung Tagesziel auf. Wir wollen unser Lager heute Abend unterhalb des Rondeslottet aufschlagen. Ein Blick zurück über die Bjornhollia und es geht los. Die Sonne scheint und es ist recht warm.
Die erste Hälfte bis zur Sommerbrücke an dem schönen Wasserfall am Langglupbekken geht recht gut. Zwischendurch kommen immer wieder kleinere Geröllfelder und vor allem aber viele Heidelbeeren. Die Sicht ist heute wieder sehr gut.
Am Wasserfall machen wir ein Pause und essen unsere belegten Brote die wir uns beim Frühstück gereichtet hatten. Das Wasser ist wunderbar klar. Die Felsen auf denen wir sitzen sind hell weiß und haben rechteckige Formen. Einzigartig. Als es beginnt leicht zu tröpfeln machen wir uns auf den Weg. Am nächsten Abzweig führ ein recht steiler Weg zum Gipfel des Hogronden. Wir folgen aber dem Weg Richtung Rondvassbu bzw. Doralseter durch das Langglupdalen. Nach ca. 1 1/2 Stunden Fußmarsch erreichen wir eine Gabelung. Geradeaus führt der Weg weiter nach Rondvassbu, links führt ein Pfad zum Gipfel des Rondeslottet weiter. Wir haben also unser Tagesziel erreicht.

Auf der Suche nach einem geeigneten Zeltplatz entdecken wir eine aus losen Steinen aufgesetzte Mauer. Knapp daneben fließendes Wasser. Gibt es einen besseren Platz für unser Zelt? Wohl kaum.
Carmen sammelt Moos um den teilweise steinigen Untergrund etwas auszugleichen. Nachdem das Zelt komplett steht gibt es noch Abendessen. Käsespätzle und Schinkennudeln. Essen müssen wir im Zelt da es leicht zu regnen beginnt.
Die Nacht ist recht ruhig aber etwas kälter als an der Gjetarbue.


Unser Basislager unterhalb des Rondeslottet.


Donnerstag, 13. August | Gipfeltour Rondeslottet
Wir stehen um kurz vor 9:00 Uhr auf. Die Sonne scheint und im Zelt wird es richtig warm. Zuerst mal wird gefrühstückt. Der Rondeslottet steht in seiner ganzen Pracht vor uns. Fast ohne Nebel...

Um ca. halb Elf gehen wir los. Ohne Gepäck, bewaffnet nur mit dem Nötigsten. Warme Klamotten, Trinkflaschen, in den Taschen ein paar Müsliriegel, Würstchen, etwas Käse und Brot.
In der Ferne sehen wir aus Richtung Bjornhollia zwei Wanderer kommen.
Das erste drittel auf den Rondeslottet gestaltet sich recht einfach. Dann kommt irgendwann ein recht großes Schneefeld gefolgt von einem riesigen Geröllfeld. Der Weg ist aber sehr gut gekennzeichnet.
In der Sonne ist es recht warm. Wir sehen in der Ferne um uns herum einige Orte an denen es regnet. Auf dem Hogronden erkennen wir von unserer Höhe aus Schnee. Frischen Neuschnee. Auf dem oberen viertel der heutigen Tour stolpern wir auch auf dem Rondeslottet über Neuschnee der gerade in der Sonne wieder vergeht.
Das Wolkenspiel ist echt beeindruckend.
Die zwei Wanderer die am Anfang noch recht weit weg waren kommen uns immer näher. Wir beschließen auf jeden Fall vor ihnen den Gipfel zu erreichen und legen noch mal einen Zahn zu.

Endlich stehen wir auf dem Gipfel. Der Höhenmesser zeigt 2173m an. Es geht ein eisiger Wind. Es hat den Anschein als seien die Wolken keine 50m über uns. Die Aussicht ist absolut beeindruckend. Wir suchen uns ein windgeschütztes Plätzchen um eine kurze Vesperpause einzulegen. Ca. 10 Minuten nach uns kommen auch unsere beiden Verfolger Eirik und Havard, zwei Norweger, oben an. Aus unserem Gespräch geht hervor dass auch sie sich zum Ziel gesetzt hatten den Gipfel als erste zu erreichen. Im Gegensatz zu uns haben die beiden einiges an Gepäck dabei. Also eine beachtliche Leistung! Eirik und Havard gehen weiter nach Rondvassbu. Wir machen uns ebenfalls nach ca. einer halben Stunde auf dem Gipfel wieder auf den Rückweg da es schweine kalt wird. Während unseres Abstiegs beginnt es zu schneien. Der Abstieg geht sogar ohne schweres Gepäck ziemlich in die Knie.
Zurück im Basislager wird noch kurz im Bach gebadet. ¤*#¤*#¤*#¤*#¤*#¤*#kalt, aber Man(n) bzw. Frau fühlt sich gleich viel besser.

Für den nächsten Tag beschließen wir früh auf zustehen um am Rondvatnet das Boot nach Rondvassbu zu erreichen.


Rechts unsere beiden Verfolger Havard und Eirik.


Auf 2173m... Es ist verdammt kalt. Ursprünglich wollte ich hier oben mal zelten.

Freitag, 14. August | Basislager Rondeslottet - Otta - Grotli
Der Wecker klingelt um 7:30 Uhr. Die Nacht war recht kalt und windig. Nach dem Frühstück trocknen wir das Zelt mit unseren Handtüchern und packen alles zusammen.
Um 8:30 Uhr starten wir voll gepackt in Richtung Rondvatnet. Es geht immer noch ein eisiger Wind. Gegenwind. Aber wir haben keinen Regen, das zählt.
Beim Abzweig aus dem Langglupdalen ins Rondvassdalen entdecken wir einige richtig schöne Zeltplätze am Bergedalstjonnen. Wir kommen viel schneller voran als geplant und erreichen schon um 12:30 Uhr den Rondvatnet. Der See schimmert in der Sonne blau grün. Das nächste Boot fährt leider erst um 16:50 Uhr. Da immer noch ein eisiger Wind durch das Tal pfeift beschließen wir den Weg über den Rondhalsen zu nehmen. Schon nach recht kurzer Zeit stellen wir unsere Entscheidung in Frage. Mit dem Gepäck auf dem Rücken ist der Weg alles andere als leicht.
Als wir den Gipfel erreichen beginnt es zu schneien bzw. leicht zu hageln, sodass wir nicht einmal eine Pause oben einlegen können. Wir gehen direkt weiter Richtung Rondvassbu. In der ferne können wir den Parkplatz (Spranget) erkennen an dem um 17:00 Uhr unser Bus nach Otta abfährt. Mit diesem Ziel vor Augen marschieren wir weiter.
Es hat aufgehört zu schneien und die Sonne scheint wieder. An der Rondvassbu Hütte laufen wir nur vorbei. Wir wollen auf jeden Fall den Bus erreichen. Die Strecke von Rondvassbu bis zum Spranget Parkplatz ist mit 1,5 Stunden angegeben. Wir bewältigen die Strecke in knapp einer Stunde und erreichen gerade noch unseren Bus. Im Bus treffen wir auch wieder auf Eirik und Havard. Völlig fertig sitzen wir im Bus und können kaum glauben dass wir den Rondane schon wieder verlassen.

In Otta angekommen steht erst einmal ein Bad im Fluss an. Ebenfalls waschen wir hier kurz unsere Wäsche aus. Anschließend rüsten wir unser Proviant und das Gas für die nächste Tour noch auf.
Um kurz vor neun abends fährt dann unser Bus nach Grotli ab. Von Grotli wollen wir uns über die Danskehytta und Kaldhuseter bis an den Geiranger Fjord durch schlagen.

Als wir in Grotli ankommen ist es bereits recht dunkel. Wir machen uns auf die Suche nach einem geeigneten Zeltplatz. Die Suche stellen wir aber ein als nach einer halben Stunde immer noch kein geeigneter Platz in Aussicht ist. Wir schlagen das Zelt einfach auf dem Parkplatz des Grotli Hotels auf. In einer der hintersten Ecken. Um kurz vor Mitternacht liegen wir in unseren Penntüten. Die Nacht wird recht frisch.


Auf dem Rondhalsen. Der Aufstieg war recht beschwerlich mit 20kg im Nacken...


Unser Zeltplatz in Grotli...

Samstag, 15. August | Grotli - Danskehytta
Nach einer kalten Nacht wachen wir auf unserem tollen Zelt(Park)platz auf. Im Zelt wird es warm weil die Sonne scheint. Kaum zu glauben dass man auf einem Parkplatz so gut schlafen kann.
Nach dem Zeltabbau gibt es in der Grotli Hotel Cafeteria erst mal eine kleine Stärkung. Das Essen haben die Norweger aber wohl nicht erfunden... Das steht fest.

Hinter dem Hotel beginnt der Fußpfad. Es geht im Vergleich zu den Tagen davor im Rondane leicht bergauf. Vorbei an unzähligen Seen. Es begegnen uns zwei Norweger die von der Danskehytta kommen und zum Mittagessen nach Grotli gehen. Sie haben kein Gepäck dabei. Langsam fängt es an zu regnen. Und es will und will nicht mehr aufhören. Die grüne Umgebung verwandelt sich nach und nach in eine steinige "Mondlandschaft". Der ständige Regen erschwert die Tour, da jeder Tritt auf den teilweise sehr glitschigen Steinen sitzen muss. Oben am Vikvatnet ist kein grün mehr zu sehen. Nur noch Felsen, Steine, Wasser und Schnee. Mit Zelten wird es hier also eher nichts... Wir beschließen zur Danskehytta weiter zu gehen. In der Zwischenzeit sind wir komplett durchnässt. Der Weg entlang am Vikvatnet zieht sich in die Länge. Wir sind gespannt was uns an der Danskehytta erwartet.

Um kurz vor 18:00 Uhr erreichen wir dann endlich die Hütte. Vom Hüttenwart werden wir nett begrüßt. Er zeigt uns die ganze Bude und erklärt uns wie es in so einer Selbstverpflegungshütte abläuft. Außer uns sind noch ca. 12 Personen auf der Hütte. Nachdem wir unsere nassen Sachen aufgehängt haben steht eine kleine Wäsche an. Warmes Wasser gibt es aus einem großen Topf vom Holzofen.
Frisch "geduscht" und mit trockenen warmen Klamotten machen wir uns dann in der Küche zu schaffen. Auch die Speisekammer wird erst einmal inspiziert. Die Küche verfügt über zwei große Gasherde. Da kann man auch ordentlich kochen und muss nicht dauernd aufpassen dass der kleine Gaskocher umfällt. Wir kochen Spinatnudeln. Maggi macht’s möglich.
Eine nette Norwegerin, Magda, bietet uns für den nächsten Tag einen "Lift" von Kaldhuseter nach Valldal an. Da die Wettervorhersage für die nächsten Tage nicht sonderlich gut ausschaut nehmen wir ihr Angebot an. Wir studieren noch die Route für den nächsten Tag auf der Karte und legen uns dann auf unsere Matratzen.

Alles in allem sind wir total begeistert von der Danskehytta. Tolle Hütte, nette Leute und ein Plumpsklo mit traumhafter Sicht über den Vikvatnet.


Nach der grün Grenze nur noch Steinwüste und Schnee.


Danskehytta.

Sonntag, 16. August | Danskehytta - Kaldhuseter - Valldal
Wir stehen ca. um 8:00 Uhr auf. Auf 10:00 Uhr ist der Abmarsch Richtung Kaldhuseter geplant. Nach dem Frühstück packen wir unsere Sachen zusammen. Wir verabschieden uns von den Leuten die noch da sind und machen uns kurz nach 10:00 Uhr zu sechst + 2 Hunde auf den Weg in Richtung Kaldhuseter. Magda hat ihre beiden Jagdhunde bei sich. Heute hat man einen schönen Ausblick über den blauen See. Das Wetter ist im Moment ok, zumindest kein Regen.

Das erste Stück geht recht steil bergab. Einer von Magdas Hunden hat ebenfalls einen schweren Rucksack zu tragen. Heute müssen wir etwas schneller laufen, da unsere norwegischen Begleiter nur leichtes Gepäck dabei haben. So bleibt wenig Zeit die schöne Landschaft zu genießen.
Unterwegs gibt es wieder viele Heidelbeeren. Wir kommen an dem Abzweig vorbei wo wir eigentlich vorhatten Richtung Geiranger zu laufen. Um ca. 14:00 Uhr erreichen wir dann schon Kaldhuseter. Magda nimmt uns im Auto mit bis Valldal.
Dort angekommen fallen wir erst mal über den SPAR Markt her. Nach einem ausgiebigen Vesper am Norddalsfjord machen wir uns auf die Suche nach einem Campingplatz. Auf dem Muri Campingplatz bekommen wir dann einen Zeltplatz zugewiesen. Man bekommt keinen Hering in den Boden, alles voller Steine. Wir vermissen die Unbeschwertheit in der Natur. ¤*#¤*#¤*#¤*#¤*#¤*# Campingplatz. Sogar das Duschen auf dem Platz macht keinen Spaß. Dauernd läuft das Radio. Das an sich wäre noch nicht so tragisch, aber es stört und rauscht die ganze Zeit.
Abends sitzen wir noch vorne am Fjord. Ein paar Angler halten nach Fischen Ausschau.


Einer von Magdas Hunden, Tampon.


Montag, 17. August | Valldal - Geiranger
Nach einer recht ruhigen aber doch regnerischen Nacht gibt es als erstes eine ausgiebige Morgentoilette. Endlich mal wieder gemütlich rasieren. Denn das wird dringend mal Zeit. Wenn nur das blöde Radio nicht wäre...
Wir beschließen aus Valldal zu flüchten. Der Plan sieht so aus, dass wir mit der Fähre nach Geiranger fahren werden. Dort wollen wir dann eine Nacht verbringen und je nach Wetter dann weitersehen. Magda meinte ja, dass das Gomsdal sehr schön sei. Dorthin könnten wir von Geiranger aus eine Tour starten.

Die nächste Fähre geht kurz nach dem Mittag. Also heißt es abbauen. Das Problem ist nur dass das Zelt komplett nass ist. Während dem Abbau setzt dann auch noch leichter Regen ein. Wir verlagern unser Gepäck unter das Vordach einer im Moment leer stehenden Camping Hütte. Da wir das Zelt bei dem Nieselregen nicht trocken bekommen packen wir das Außenzelt einfach in einer Plastiktüte. Mir graut es jetzt schon vor der nächsten Nacht im Zelt...
Nachdem wir den Campingwärter für unseren schlechten Platz entlohnt haben machen wir uns auf den Weg zum SPAR Markt. Wollen uns noch mal den Bauch voll schlagen...

Schließlich legen wir bei andauerndem Regen mit der Fähre ab nach Geiranger. Uns fällt auf dass wir in Valldal kein einziges Foto geschossen haben. Scheinbar hat uns hier nicht viel gefallen...
Von der Fähre aus gibt es trotz Regen einiges zu sehen. Auf den steilen Hängen über den Fjorden (Norddalsfjord, Sunnylvsfjord, Geirangerfjord) stehen teilweise große, verlassene Bauernhöfe, die alle nur per Schiff und Leitern erreicht werden können. Im Geirangerfjord gibt es jede Menge Wasserfälle zu bestaunen.

In Geiranger angekommen stellen wir mit Ernüchterung fest dass es immer noch regnet. Der nahe gelegene Campingplatz lädt nicht gerade zum Zelten ein. Alles total durchnässt. Auf dem Zeltplatz kann man quasi Baden gehen. Wir finden aber recht schnell eine kleine Hütte die noch zu vermieten ist. Hier quartieren wir uns für eine Nacht ein. Das nasse Zelt wird sofort zum Austrocknen ausgelegt.
Am Abend gehen wir noch lecker Pizza essen und treffen eine deutsche Familie die schon seit zwei Wochen mit ihrem Wohnmobil in Norwegen unterwegs ist.


Dienstag, 18. August | Geiranger - Lom
Wir werden geweckt durch die kräftigen Schiffshupen der MS Europa. Diese geht um kurz nach 7:00 Uhr in Geiranger vor Anker. Kurz danach trifft auch die AIDAaura ein. Und weil noch nicht genügend Touris da sind kommt auch noch ein Hurtigruten Schiff vorbei. So langsam wird’s eng in Geiranger. Da das Wetter nicht richtig weiß was es will beschließen wir wieder ins Landesinnere zu fahren, und hoffen dort auf mehr Sonne. Nach einem ausgiebigen Frühstück packen wir unsere sieben Sachen und schlendern noch etwas durch die Gassen.

Um kurz nach 14:00 Uhr nehmen wir den Bus Richtung Langvatnet. Von dort aus soll ein Bus nach Lom fahren. Der Busfahrer macht an zwei Stellen über Geiranger halt. Kurze Photopause. Es geht weiter recht steil die Serbentinen hinauf. Am Langvatnet angekommen schmeißt uns der Busfahrer nicht raus sondern wartet bis der Anschlußbus kommt. Das kommt uns sehr recht, denn es geht ein kalter Wind und regnen tut es immer noch. Wir kommen spät am Nachmittag in Lom an. Das Wetter ist hier spitze. Die Sonne scheint und es ist angenehm warm. Zu unserer Enttäuschung müssen wir aber feststellen, dass der letzte Bus nach Spiterstulen (unser nächstes angestrebtes Tour Ausgangsziel) am 16. August gefahren ist. Die Saison ist zu Ende. Das heißt die Busse fahren nur noch sehr selten. Für uns auf jeden Fall zu lange zu warten. Wir brauchen einen anderen Plan.
Wir sprechen mit einem Busfahrer. Er sagt uns, dass morgen früh ein Bus in Richtung Sognefjell fährt. Wir beschließen kurzer Hand noch eine 2-3 Tages Tour in der Ecke zu machen.
Unser Zelt stellen wir an meinem letzt jährigen Platz in Lom direkt am Skim auf. Ein herrliches Fleckchen am Strand. Am Abend begutachten wir noch die berühmte Stabkirche. Nach leckern Nudeln und einer Runde UNO hauen wir uns aufs Ohr. Morgen steht früh aufstehen auf dem Plan.


Geiranger von oben.


Ein paar Spatzen in Lom.


Mittwoch, 19. August | Lom - Sognefjell
Mit dem Bus geht es vom Lom nach Bovertun. Das Wetter lacht uns heute an. Sonne und angenehme Temperaturen. In Bovertun angekommen werden wir von einer Herde Schafe begrüßt. Auf einem großen Stein packen wir erst mal das Frühstück aus.
Unser Weg führ uns zuerst knapp einen Kilometer an der Straße entlang, bis dann rechts ein Pfad durchs Dumdalen den Berg hoch führt. Es wird uns heute recht schnell warm beim Laufen. Aber die Sonne tut gut. Links und rechts des Weges Heidelbeeren in Massen. Es geht ständig leicht bergauf. Die Landschaft ist auch hier wirklich atemberaubend. Überall Wasser, Felsen und viel grün. Zwischendurch liegt auch mal noch etwas Schnee. Wir treffen auf unserem Streckenabschnitt keine Menschenseele.

Gegen Nachmittag zieht schlechtes Wetter auf. Wir halten ab jetzt Ausschau nach einem geeigneten Zeltplatz. Aber das ist in der Gegend hier gar nicht so einfach. Der gesamte Boden ist mit Steinen durchzogen, man findet selten mal eine ebene Stelle. Zwischen den Seen Swarttjonne und Turru finden wir dann doch noch einen geeigneten Platz. Wobei "geeignet" an der Stelle sicher etwas übertrieben ist. Es ist vielmehr eine Notlösung bevor uns die Schlechtwetterfront erwischt. Höhe ca. 1400m. Nachdem das Zelt abgespannt ist fängt es auch schon an zu regnen.
Die Nacht ist unsere bisher heftigste. Starker Sturm (ohne Regen) peitscht auf das Zelt ein. Wir müssen von innen gegen das Gestänge drücken. Fast die ganze Nacht durch machen wir kein Auge zu. Ich frage mich wie viel Belastung so ein Zelt wohl aushält. In Gedanken gehe ich die Umgebung ab und überlege wo man zur Not unterschlupfen könnte. Aber das Zelt hält. Und gegen Morgen wird es ruhiger.


Schaulustige am Wegesrand.


Am Svarttjonne.


Donnerstag, 20. August | Sognefjell - Krossbu
Das Wetter hat sich wieder gefangen. Die Sonne scheint leicht zwischen den Wolken durch. Es ist trocken. Beste Voraussetzungen unsere Tour fortzusetzen. Morgentoilette am See, Müsli zum Frühstück und dann alles zusammen packen. Und weiter geht’s. Wir wollen heute bis Krossbu kommen. Das müsste von der Strecke her gut machbar sein. Der Weg führt über Schneefelder und viel Geröll. Es geht teilweise recht steil bergauf und wir brauchen Hände und Füße um vorwärts zu kommen. Vom Krosshoe hat man eine gigantische Sicht über das ganze Fjell. Im Süden der Fannarakbreen, im Osten der Leirbreen und Smorstabbreen und hinter uns der Storevatnet. Auf den Gletschern sind teilweise mit bloßem Auge Menschen zu erkennen die dort Gletscherwanderungen machen. Auch einige Schneehühner rennen uns hier über den Weg. Auf dem höchsten Punkt hier geht ein eisiger Wind. Wir gehen weiter. Um ca. 14:00 Uhr erreichen wir Krossbu.
Hier sind wir nicht alleine. Es stehen noch einige weitere Zelte. Wir haben recht schnell ein schönes Plätzchen direkt am Wasser gefunden. Doch die Freude über den Platz hält nicht lange. Es fällt uns auf, dass der Wasserspiegel vom Fluss neben uns rapide ansteigt. Das hängt vermutlich mit dem vielen Schmelzwasser der Gletscher zusammen. Innerhalb von ca. 2 Stunden steigt der Wasserspiegel um knapp 10cm. Weitere zwei Stunden und das Zelt wäre wohl nur noch per Boot zu erreichen...
Also brechen wir hier unsere Zelte im wahrsten Sinne des Wortes ab. Weiter oben am Hang findet sich noch ein schönes Plätzchen. Vermeintlich gut geschützt hinter einem kleinen Hügel. Pünktlich nach dem zweiten Zeltaufbau heute setzt der Regen ein. Noch leicht gerädert von der letzten Nacht müssen wir auch heute auf unseren verdienten Schlaf verzichten. Zu heftigen Sturmböen kommt noch stärkerer Regen dazu. Doch das Zelt hält großteils dicht. An dieser Stelle muss ich ein Lob für Helsport aussprechen. Das Istind3 hat uns wirklich überzeugt! In der Nacht sind wohl ein paar Leute wegen des heftigen Sturms abgereist. Zumindest fehlen am Morgen ein paar Zelte...


Das Zelt hat die Nacht überstanden.


Schneehüher kreuzen unseren Weg.


Blick auf den Fannarakbreen.


Freitag, 21. August | Krossbu - Leirbreen - Krossbu - Oslo
Wir versuchen morgens noch etwas Schlaf nach zu holen. Das ist aber auch nur begrenzt möglich. Denn die Sonne brutzelt auf unser Zelt. Es wird gut warm. Heute wollen wir noch eine Tour zum Leirbreen machen. Von Krossbu führt ein markierter Pfad bis an den Gletschersee. Eine Strecke sollte gut in 2 Stunden zu machen sein.
Wir folgen der Leira flussaufwärts. Wir haben eine sehr gute Sicht heute. Die Strecke bergauf meistern wir in knapp 1 1/2 Stunden.
Im Gletschersee treiben große Eisschollen. Plötzlich ein lautes Knacken, irgendwo reißt das Eis. Die Idee, ein Stück auf dem Gletscher zu laufen, werfe ich wieder über Bord. Wir genießen die Ruhe, die Natur und das gigantische Panorama um uns herum.
Der Abstieg ist ebenfalls schneller erledigt als geplant. So bleibt vor dem Zeltabbau noch genügend Zeit die Norwegischen Nudelgerichte zu vernichten, tja, der Maggifraß war leider aus.
Hier endet unsere Tour.
Wir nehmen von Krossbu aus den Mittagsbus nach Lom. Von Lom aus geht es mit dem Express Bus nach Oslo. Hier wollen wir die letzten zwei bis drei Tage verbringen.


Die Leira.


Am Leirbreeen.


Eine kleine Auswahl an weiteren Bildern gibt es für Interessierte auf flickr.
Mir fehlt gerade die Zeit die hier alle online zu stellen.

Soweit mal von mir,

Viele Grüße
Niko
Geschrieben von
Benutzerbild von niko
schreibt viel
Registriert seit: 18.07.2008
Ort: Lake Constance
Beiträge: 235

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Online Kartenmaterial: www.ngu.no, www.ut.no
Weitere Bilder: flickr


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geiranger, leirbreen, rondane, sognefjett, tafjordfjell


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